Pressemitteilung: Frisch gebackene Regionalgruppe Starnberg-Würmtal expandiert.

Schon kurz nach der Gründung der GWÖ-Regionalgruppe „Starnberg-Würmtal“ hat der erste offene Vorstellungs- und Gesprächsabend einige neue Interessenten aus Unternehmen und Organisationen angelockt. Gastgeber am 21.3. war das Machtlfinger GWÖ-Unternehmen Ulenspiegel-Druck.

Vor einem Jahr hatten sich fünf Unternehmen aus der Region unter fachkundiger Begleitung zweier GWÖ-Coaches in einer sog. Peergroup zusammengefunden, um sich gegenseitig bei der Erstellung ihrer ersten Gemeinwohl-Bilanz zu unterstützen und dabei voneinander zu lernen.

Die GWÖ-Aktiven von Ulenspiegel, Zukunftswerk und Öko&Fair Umweltzentrum gaben zunächst eine Einführung in die Grundsätze der Gemeinwohl-Ökonomie als ethische Alternative zur freien Marktwirtschaft und gewährten Einsicht in die gerade erst erstellten Gemeinwohl-Bilanzen.

Nachhaltigkeit, Regionalität und Humanität im Umgang mit Mitbewerbern, Mitarbeitern und Kunden bestimmen das GWÖ-Leitbild, das der globalisierten und ungezügelten Wirtschaft mit all ihren verheerenden Nachteilen entgegengestellt wird.

„Diese Wirtschaft tötet“. Mit diesen Worten sprach Papst Franziskus einer wachsenden Zahl von Menschen weltweit aus der Seele. Und immerhin 88 Prozent der Deutschen wünschen sich laut einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung eine „neue Wirtschaftsordnung“.

Die Gemeinwohl-Ökonomie bietet eine Alternative zu kapitalistischer Marktwirtschaft und zentraler Planwirtschaft. Sie baut auf Beziehungs- und Verfassungswerte und misst ihre Umsetzung mit Gemeinwohl-Bilanzen und dem Gemeinwohl-Produkt.

Die Gemeinwohl-Bilanz als Maßstab für Verfassungswerte

Der „Erfolg“ eines Unternehmens, d. h. sein Beitrag zum Gemeinwohl, wird analog mit einer „Gemeinwohl-Bilanz“ gemessen. Sie misst das Erfüllen der Verfassungswerte Menschenwürde, Solidarität, Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Demokratie. Diese Bilanz beantwortet die brennendsten Fragen der Gesellschaft an alle Unternehmen, z. B.: Wie sinnvoll ist das Produkt bzw. die Dienstleistung? Wie ökologisch wird produziert, vertrieben und entsorgt? Wie human sind die Arbeitsbedingungen? Werden Frauen und Männer gleich behandelt und bezahlt? Wie werden die Erträge verteilt? Wer trifft die Entscheidungen? Wie kooperativ verhält sich das Unternehmen auf dem Markt?

Die selbst gegebenen Antworten auf all diese Fragen ermöglichen Unternehmer*innen eine ehrliche Standortbestimmung in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Ethik von Unternehmen und Organisationen. Mehrere tausend Unternehmen weltweit unterstützen bereits die GWÖ-Bewegung, mehrere hundert haben bereits freiwillig bilanziert und täglich werden es mehr.

Kommunen sind per se Gemeinwohl-Unternehmen

Die GWÖ ist nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Kommunen von größtem Interesse. Immer mehr Räte fassen Beschlüsse, der Gemeinwohl-Ökonomie beizutreten und zu bilanzieren. Im Hinblick auf das Erreichen der zwingenden Klimaziele ist dies ein logischer Prozess.

Die Regionalgruppe Starnberg-Würmtal steht für Beratung und Unterstützung zur Verfügung und wird mit regelmäßigen Veranstaltungen – auch speziell für Kommunen – für stetige Verbreitung der GWÖ sorgen.

Foto: Jobst (zur freien Verfügung)

v. l. Marlene Greinwald (Bgmin. Tutzing), Anne Boldt (GWT Starnberg), Barbara Classen (Ulenspiegel Machtlfing), Regine Bausinger (GWÖ-Regionalgruppe Ammersee West), Renate Ginhold (Café Luna, Starnberg) Norbert Wurm (VR-Bank Starnberg), Klaus Drexler (Energiegenossenschaft Fünfseenland eG), Alexander Rossner (Zukunftswerk), Christiane Lüst (Öko & Fair Umweltzentrum Gauting)