Presseinformation zur Pressekonferenz am 24.04.2013

 

 

GruppenFoto

 

Zweieinhalb Jahre Gemeinwohl-Ökonomie: Die Bewegung wächst

Energiefeld/Regionalgruppe Bayern der „Gemeinwohl-Ökonomie“ gewinnt Mitglieder – Branchenübergreifendes Engagement für nachhaltige Wirtschaftsordnung – Weltweit über 1.200 unterstützende Firmen aus fünfzehn Staaten

 

München – Vor dem Hintergrund der Wirtschafts- und Klimakrise wird die Europäische Gemeinschaft auf eine harte Probe gestellt. Um den resultierenden ökologischen, sozialen und gesellschaftlichen Folgen zu begegnen, hat Wirtschaftspublizist Christian Felber 2010 ein alternatives Wirtschaftssystem ins Leben gerufen: Bei der „Gemeinwohl-Ökonomie“ steht das gemeinsame solidarische Wirtschaften im Fokus. Wie sich die Reformbewegung in den vergangenen zweieinhalb Jahren entwickelt hat und wo es in Zukunft hingeht, haben die Teilnehmer der Regionalgruppe Bayern in München gemeinsam vorgestellt. Helmut Lind, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank München eG, ist seit der ersten Stunde mit dabei: „Wirtschaft muss neu gedacht werden. Es freut mich ganz besonders, dass die Idee in Süddeutschland auf fruchtbaren Boden gestoßen ist.“ Insgesamt 16 Unternehmen sind derzeit in der Regionalgruppe Bayern aktiv und haben eine Gemeinwohlbilanz erstellt.

 

Stetiger Verbesserungsprozess

Die Gemeinwohl-Ökonomie befindet sich im stetigen Verbesserungsprozess. So unterscheidet die Bewegung inzwischen drei Beitrittsmöglichkeiten, die den Zugang vereinfachen: In der ersten Stufe wird das Unternehmen Vereinsmitglied und erstellt eine hausinterne Bilanz, die nicht veröffentlicht wird. Auf zweiter Ebene fertigen die Unternehmen eine Gemeinwohl-Bilanz an, die innerhalb einer Peer-Gruppe gegenseitig geprüft und auf freiwilliger Basis veröffentlicht wird. Als dritte Möglichkeit kann ein Unternehmen die Bilanz extern auditieren lassen und verpflichtet sich damit zur Veröffentlichung. Die Gemeinwohl-Bilanz als solche beleuchtet die unternehmerische Situation und Entwicklung anhand von 17 ethischen Generalkriterien wie Mitbestimmung und Gerechtigkeit und umfasst dabei auch Lieferanten und Geldgeber. „Um die Idee des Gemeinwohls weiter voranzubringen, haben wir in den vergangenen Jahren die Bilanz und die Bewertungskriterien kontinuierlich weiterentwickelt“, erklärt Helmut Lind. „Wir sind überzeugt, dass die Zukunft dem Miteinander gehört und nicht dem Gegeneinander.“ Harro Colshorn, Inhaber der Bioland-Gärtnerei Bruckmühl und Koordinator des Energiefeldes Bayern und der  Regionalgruppe Bayern, fügt hinzu: „Wir brauchen neue Werte für die Wirtschaft. Dass auch immer mehr Institutionen dies erkannt haben und sich aktiv in die Gemeinwohl-Ökonomie einbringen, freut mich ganz besonders.“

 

Weltweite Reformbewegung

Die auch von Politikern und Wirtschaftsforschern getragene Initiative „Gemeinwohl-Ökonomie“ startete 2010 in Österreich. 2011 hat etwa ein Viertel der teilnehmenden 400 Unternehmen aus Österreich, Italien, der Schweiz und Deutschland erstmals freiwillig eine sogenannte Gemeinwohl-Bilanz erstellt. Inzwischen ist die Bewegung auf 1.213 unterstützende Unternehmen aus fünfzehn Staaten angewachsen. Mit dabei sind heute auch 57 Politiker, 151 Vereine, Gemeinden, Universitäten und über 3.200 Personen. Etwa ein Drittel der Unterstützer-Unternehmen sind in den Bilanzerstellungsprozess eingetreten. Weltweit agieren heute rund 100 Energiefelder, die vor Ort die Entwicklung und Förderung der Gemeinwohl-Ökonomie organisieren. Noch 2013 soll ein internationaler Verband gegründet werden, um die Aktivitäten besser zu vernetzen und zu bündeln.

 

 

Koordination Pressearbeit

GWÖ-Energiefeld/Regionalgruppe Bayern

Christine Miedl

E-Mail presse@gwoe-bayern.org

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.