GEMEINWOHL-ÖKONOMIE

NEWSLETTER
JUNI/JULI 2017

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LIEBE INTERESSENT*INNEN, UNTERSTÜTZER*INNEN,
AKTIVE UND MITGLIEDER DER GEMEINWOHL-ÖKONOMIE,

nach zweijähriger Entwicklungsarbeit ist dem Matrix-Entwicklungsteam ein großer Wurf gelungen: die Matrix 5.0 ist da. Sie löst die Gemeinwohl-Bilanz 4.1 ab, die seit 2013 der ethische Berichtsstandard der GWÖ-Bewegung war. Wir freuen uns über das große Geschenk und hoffen nun auf einen Durchbruch mit der rundum verbesserten und auf viele Bedürfnisse der Anwender*innen Rücksicht nehmenden neuen Gemeinwohl-Bilanz.

Zum Feiern war der GWÖ-Bewegung auch bei der fünften internationalen Delegiertenversammlung in Paris zumute: 62 Teilnehmende, darunter 40 Delegierte, aus zehn Staaten haben alle Anträge in Rekordzeit durchgearbeitet und verbessert, die Bewegung gewinnt mehr und mehr Klarheit. Zu unserer großen Freude wird dies auch von Geldgeber*innen wahrgenommen und in wachsende Spenden übersetzt. Das erlaubt uns eine progressive professionelle Basis für die komplexe Bewegung zu schaffen!

Über folgende weitere Aktivitäten und Projekte berichten wir in dieser Newsletter-Ausgabe:  

UNTERNEHMEN

• Großer Wurf: Gemeinwohl-Matrix 5.0

• Fortsetzung folgt: Erste Unternehmenskonferenz der Gemeinwohl-Ökonomie

• Zehn Unternehmen aus Bayern mit neuen Gemeinwohl-Bilanzen

INTERNATIONALES

• Bericht von der fünften internationalen Delegiertenversammlung in Paris

• Kolumbienreise von Christian Felber

• EWSA -Going Local am 28.06. in Wien

• Die Gemeinwohl-Ökonomie in den Niederlanden

REGIONALGRUPPEN

• Weitere neue Vereine und Lokalgruppen gegründet: Die Gemeinwohl-Ökonomie im deutschsprachigen Raum wächst weiter

FORSCHUNG

• Erster MBA-Studiengang "Angewandte Gemeinwohl-Ökonomie" startet

NACHLESE 

• Deutscher evangelischen Kirchentag

• Global Solutions Summit

• Wetter

• C20-Gipfel

VORSCHAU

• Gipfel für globale Solidarität

MEDIENECHO

Wir wünschen Ihnen eine informative, inspirierende Lektüre und einen guten Start in den Sommer!

Mit besten, gemeinwohlorientierten Grüßen aus dem Kommunikationsteam der Gemeinwohl-Ökonomie

Stephanie Ristig-Bresser, Christian Felber und Christian Kozina

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GEMEINWOHL
UNTERNEHMEN

 

 

Großer Wurf:  Die Gemeinwohl-Matrix 5.0 ist da!

Nach mehr als zwei Jahren Entwicklungsarbeit und zahllosen Rückmeldungen aus allen Richtungen präsentiert sich die Gemeinwohl-Matrix inhaltlich stark verbessert und auch in einem neuen Layout. Die Matrix 5.0 ist seit kurzem offiziell zum Download veröffentlicht. In den nunmehr 20 Gemeinwohlthemen sind alle Aspekte gemeinwohl-orientierter Wirtschaftsführung klar und prägnant beschrieben und mit neuen Bewertungsskalen versehen worden. Für kleine Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten gibt es nun eine „GWÖ-Bilanz kompakt“, die auch von größeren Unternehmen einmalig zum leichteren Einstieg angewandt werden darf.

Hier geht es zum Download der Gemeinwohl-Matrix 5.0:
https://www.ecogood.org/de/gemeinwohl-bilanz/gemeinwohl-matrix/

Die neue Gemeinwohl-Matrix wurde gemeinsam mit einigen weiteren Entwicklungen, über die wir hier ebenfalls in diesem Newsletter berichten, in einer Pressekonferenz Ende Mai 2017 in Wien von (im Bild oben v.l.n.r.): Claudia Gutmann (Mitarbeiterin in der Kommunikationsabteilung und Gemeinwohlbeauftragte an der Fachhochschule Burgenland GmbH), Katharina Kronsteiner (Geschäftsführerin CulumNatura Wilhelm Luger GesmbH), Dr. Manfred Kofranek, (Geschäftsführer Gemeinwohl-Ökonomie GmbH), Christine Reiterer (Geschäftsleitung und Inhaberin QuintLog e.U.), Dr. Angela Drosg-Plöckinger (Koordinatorin Gemeinwohl-Matrixentwicklungs­team) und Gerhard Zoubek (Geschäftsführer Adamah BioHof) präsentiert.

In dieser Version der Gemeinwohl-Matrix stecken mehr als eineinhalb Personenjahre an Entwicklungsarbeit, die ganz überwiegend ehrenamtlich erbracht wurde. Um die Weiterentwicklung auf eine gesunde finanzielle Basis stellen zu können, freuen wir uns über Ihre Unterstützung und Spende: 
https://ecogood.org/de/aktiv-werden/jetzt-spenden/

Erste Unternehmenskonferenz zur Gemeinwohl-Ökonomie

Am 12./13. Mai 2017 fand in Hannoversch-Münden die erste Unternehmens-Konferenz der Gemeinwohl-Ökonomie statt. 65 Teilnehmer*innen (aufgrund der Raumobergrenze mussten wir vielen Interessierten absagen) waren ein kräftiger Hinweis, dass Austausch und Vernetzung ein großes Bedürfnis der Pionier-Unternehmen sind. Neben politischen und organisatorischen Themen erhielten zahlreiche Pionier-Betriebe die Möglichkeit, über ihr Unternehmen und ihre Erfahrungen mit der GWÖ zu berichten. Von den 36 teilnehmenden Firmen und Organisationen waren 15 bereits zertifiziert. Am Ende waren alle sehr beeindruckt von der Vielfalt und von dem Engagement, dass in den Betrieben für eine bessere Welt vorhanden ist. Folgerichtig gab es ein starkes Votum für die Wiederholung der Konferenz in einem Jahr, mit größerem Raum!

Hier gibt es einen kurzen Bericht über die Konferenz:

Ferner steht auch eine ausführliche Dokumentation der Konferenz zur Verfügung.

Zehn Unternehmen aus Südostbayern erstellen Gemeinwohl-Bilanzen

Kaum ist die neue Gemeinwohl-Matrix erschienen, haben schon zehn Unternehmen aus Südostbayern ihre Gemeinwohl-Bilanzen nach der neuen Version erstellt. Im Rahmen einer mit  470 Menschen sehr gut besuchten Veranstaltung in der Salzach-Halle in Laufen feierten die Besucher*innen die ersten zehn GWÖ-Pionier-Unternehmen. Die Unternehmer*innen präsentierten sich in einem Podiumsgespräch auf der Bühne , nachdem der österreichische Unternehmer-„Rebellen“ Heini Staudinger ihnen den Boden bereitet hatte. Weitere Infos zu den Unternehmen und zur Veranstaltung erfahren Sie hier auf unserer Website:

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GEMEINWOHL

INTERNATIONAL

Paris! 5. Internationale Delegiertenversammlung der GWÖ

Vom 19.-21. Mai 2017 fand die fünfte internationale Delegiertenversammlung der Gemeinwohl-Ökonomie in Paris statt. Unser "GWÖ-Parlament" bestehend aus 40 Delegierten, 21 Gästen und 6 Organisator*innen (davon 22 aus Deutschland, 15 aus Österreich, 10 aus Spanien, 8 aus Italien, 4 aus Großbritannien, je 2 aus der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden und Portugal sowie 1 aus Brasilien) hat insgesamt zehn Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Bewegung getroffen.

Darunter waren auch die Wahl eines zwölfköpfigen Sprecher*innenteams, die Entscheidung für ein neues Corporate Design und die Festlegung einer Vorgehensweise zur Entwicklung einer internationalen Strategie. Im Rahmen einer öffentlichen Abendveranstaltung haben sich einige Teilnehmer*innen interessiert gezeigt, die Gemeinwohl-Ökonomie Frankreich zu gründen. Die nächste Delegiertenversammlung wird voraussichtlich im Mai 2018 in Portugal stattfinden.

Auf einen detaillierten Bericht zur Delegiertenversammlung samt der Beschlüsse (auf Englisch) sowie einer Dokumentation (ebenfalls auf Englisch) verlinken wir hiermit.

Kolumbien-Reise: Christian Felber in Medellín und Bogotá

Auf Einladung der Congregación Mariana, einer JesuitenStiftung mit 13 sozialen Werken von der Schule bis zur Alterspflege, die bereits zwei Gemeinwohl-Bilanzen erstellt hat, ist Christian Felber vom 6. bis 8 Juni 2017 in Kolumbien zu Gast gewesen. Zur Pressekonferenz kamen 16 Medien, am internen Workshop zur Bilanz nahmen rund 30 Führungskräfte teil. Die Congregación Mariana hat Interesse signalisiert, eine Bilanz 5.0 absolvieren und sich auditieren lassen zu wollen. In Bogotá fand auf Einladung der Akademie der Wirtschaftswissenschaften - nach eigenen Angaben die Vereinigung der einflussreichsten ÖkonomInnen im Land - eine Panelrunde mit rund 50 Gästen statt. Darunter meldete sich eine Gruppe, welche sich am Aufbau der GWÖ in Kolumbien beteiligen wird. Ein weiterer Vortrag war auf der privaten Universidad Javeriana vor ebenfalls 50 Gästen. Im Anschluss saß eine Runde von besonders Interessierten beisammen, die den Neustart der GWÖ Kolumbien beschlossen.

EWSA – Going Local: Die Gemeinwohl-Ökonomie – Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell für den sozialen Zusammenhalt"

Gestern landete die Gemeinwohl-Ökonomie offiziell in Österreich - im Rahmen der Veranstaltung des EESC - Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss "EWSA - Going Local: Die Gemeinwohlökonomie - Ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell für den sozialen Zusammenhalt".

Im Haus der Europäischen Union in Wien diskutierten Vertreter*innen der Gemeinwohl-Ökonomie mit renommierten Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft. Wir freuen uns, dass die Gemeinwohl-Ökonomie auch auf europäischer Ebene Anklang findet. Der Hintergrund: Im September 2015 votierten Vertreter*innen des EWSA mit einer überwältigender Mehrheit von 86% dafür, „das Gemeinwohl-Ökonomie-Modell sowohl in den europäischen als auch in die einzelstaatlichen Rechtsrahmen zu integrieren“. Neben der gestrigen Veranstaltung in Wien hatte es wären bereits ähnliche Abende in Madrid und München gestaltet worden. 

 

GWÖ-Verein in den Niederlanden

Kurz nach dem Erscheinen der niederländischen Ausgabe der Gemeinwohl-Ökonomie hat sich die Gemeinwohl-Ökonomie in den Niederlanden offiziell als Verein gegründet. Wir freuen uns und wünschen einen guten Start!

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AUS DEN

ENERGIEFELDERN

 

 

 

Weitere neue Vereine und Lokalgruppen gegründet:
Die Gemeinwohl-Ökonomie im deutschsprachigen Raum

Nach Gründung der Gemeinwohl-Ökonomie Deutschland e.V. erlebt die Gemeinwohl-Ökonomie in Deutschland gerade eine Gründungswelle: Kurz nach Versand unserer letzten Newsletters gründete sich der norddeutsche Verein in Hamburg, kurz zuvor gründete sich das neue Energiefeld Lahn-Eder, Mitte Mai 2017 konstituierte sich der Verein Gemeinwohl-Ökonomie Ostwestfalen-Lippe e. V., zu dem sich auch eine neue Regionalgruppe Höxter/Lippe gesellt hat. Am 14.06.2017 kam die Regionalgruppe Mittelrhein hinzu, nachdem die Regionalgruppe Rhein-Main gerade ihren fünften Geburtstag feiern konnte. Bereits seit April ist die Regionalgruppe Ulm offiziell anerkannt. Auch die Gründung des GWÖ-Zweigvereins Baden-Württemberg ist in der Vorbereitung: Aufbruch in ganz Deutschland! Bitte beachten Sie auch die jeweiligen Artikel, auf die wir im Text verlinkt haben.

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AUS DER
FORSCHUNG

Die Gemeinwohl-Ökonomie wird zum Hochschul-Lehrgang

Nach einigen Semestern konzeptioneller Vorarbeit und internen Entscheidungsrunden ist es nun endlich soweit: Die Gemeinwohl-Ökonomie wird erstmals als Lehrgang angeboten. Im Herbst 2017 startet - bisher weltweit einmalig - der MBA-Studiengang "Angewandte Gemeinwohl-Ökonomie". Studienanbieter sind das AIM - Austrian Institut of Management an der FH Burgenland und die SMC Studien und Management Center GmbH im Studienzentrum Saalfelden in Kooperation mit der FH Burgenland. 

Das Studium startet im September 2017, es ist auf die Dauer von vier Semestern angelegt und kostet insgesamt 12.990 Euro.

Es können maximal 25 Menschen teilnehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Website

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POLITIK & GESELLSCHAFT

Gegen Wachstum und Standortwettbewerb als Staatsziele 

Sicherlich haben auch Sie den Vorstoß der österreichischen Bundesregierung mitbekommen, “Wachstum, Beschäftigung und einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort” als Staatsziele in der Verfassung verankern zu wollen. Glücklicher Weise und dank des Engagement und einer Petition vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger wird dieses Thema vor der Sommerpause nicht mehr ins Parlament eingebracht .

Wir bleiben natürlich nach wie vor bei unserer Position und werden uns entsprechend in die Debatten einbringen: Die Gemeinwohl-Ökonomie kritisiert dieses Vorhaben inhaltlich wie prozessual – siehe hierzu sowohl den Kommentar von Christian Felber im Standard als auch den Blogartikel von Christian Kozina, Mitglied im internationalen Koordinationsteam der Gesamtbewegung auf der Website der Gemeinwohl-Ökonomie Steiermark.

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RÜCKBLENDE

DIE GEMEINWOHL-ÖKONOMIE UNTERWEGS


Auch in den vergangenen Wochen war die Gemeinwohl-Ökonomie wieder vielerorts Thema verschiedenster Veranstaltungen. Hier eine kleine Auswahl:

Die Gemeinwohl-Ökonomie auf dem deutschen evangelischen Kirchentag

Erstmals hat sich die Gemeinwohl-Ökonomie im Rahmen des deutschen evangelischen Kirchentages mit einem Infostand auf dem „Markt der Möglichkeiten“ und einem Vortrag präsentiert. Auch Christen erwarten von ihrer Kirche klarer Positionen und so stieß der Infostand der Gemeinwohlökonomie auf diesem "größten zivilgesellschaftlichen Forum Deutschlands" auf enormes Interesse. Organisiert von der Regionalgruppe Bielefeld mit Unterstützung aus Berlin, Erlangen und Frankfurt führte das Standpersonal pausenlos Gespräche und konnte dem Besucherstrom kaum Herr werden. Das Resümee des Orgateams war durchweg positiv.

 

Global Solutions-Conference

Mit Beteiligung von Christian Felber fand am 29./30. Mai 2017 die Global Solutions-Conference, in Berlin statt. Ziel war es, dass internationale Think Tanks gemeinsam 20 Lösungsvorschläge für soziale, ökologische und ökonomische Probleme entwickeln, die den führenden G20-Staaten übergeben werden. Es nahmen u.a. Nobelpreisträger, hochrangige Wissenschaftler und StudentInnen aus der ganzen Welt teil.

Hier haben wir den Bericht des Medienpartners Tagesspiegel zur Konferenz verlinkt.

C20-Gipfel - Die Stimme der Zivilgesellschaft für eine gerechtere Globalisierung - Die Gemeinwohl-Ökonomie war mit dabei

Rund drei Wochen vor dem G20-Gipfel fand in Hamburg der C20-Gipfel statt. Hier diskutierten Vertreter*innen der Zivilgesellschaft Themen wie Klimaschutz oder die Entwicklung in Afrika. Auch die Gemeinwohl-Ökonomie war mit Vertreter*innen der Gemeinwohl-Ökonomie Hamburg vor Ort und präsentiert unsere Haltung für eine gerechtere Wirtschaft(sordnung). Der NDR hat in diesem Zusammenhang über die Gemeinwohl-Ökonomie berichtet.

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VORSCHAU
DIE GEMEINWOHL-ÖKONOMIE UNTERWEGS

Gipfel für globale Solidarität – Global Solidarity Summit

Anlässlich des kommenden G20-Gipfels laden mehr als 65 NGOs zum zweitägigen internationalen „Gipfel für globale Solidarität“ am 5. und 6. Juli nach Hamburg ein. 
Ziel des Alternativgipfels ist es, der G20 eine Politik globaler Solidarität entgegenzustellen und Strategien sowie mögliche Bündnisse zu ihrer Umsetzung zu diskutieren. Geplant sind elf große Podienveranstaltungen mit Gästen aus der ganzen Welt, u.a. wie mit der renommierten Ökonomin Jayati Gosh, der Globalisierungskritikerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Vandana Shiva aus Indien und dem führenden kurdischen Politiker Salih Muslim aus Rojava. Auch die Gemeinwohl-Ökonomie ist mit dabei.

Mehr Informationen und detailliertes Programm: http://solidarity-summit.org/

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MEDIENECHO 

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